Jakobuskirche Hagen

Geschichtliche Entwicklung

Das Kirchspiel und damit auch die Jakobuskirche in Hagen ist wenigstens 7 Jahrhunderte alt. Die erste urkundliche Erwähnung lässt sich auf eine Nachricht von 1281 zurückführen, jedoch fehlen allerdings sämtliche schriftlichen Unterlagen bis zur Reformationszeit. Aus der Baugeschichte lassen sich jedoch einige weiterführende Details ablesen, die auf ein noch älteres Gebäude schließen lassen. So steht nach Ausgrabungsfunden fest, dass die ältesten Bauteile des Kirchengebäudes bereits aus romanischer Zeit stammen. Eine genauere Einstufung als "um das Jahr 1000" ist jedoch nicht möglich. Auch die im Untergrund des Kirchenschiffes gefundenen karolingischen Scherben bieten dafür keinen sicheren Anhalt.

Ältester Teil der Kirche ist der Turm, der in seinem Unterteil auf die Zeit um 1250 hinweist. Der Sockel mit seinen behauenen Sandsteinen scheint aus einem älteren (romanischen) Bau zu stammen. Das kann bedeuten, dass die erste aus Steinen errichtete Kirche um 1100 erbaut sein mag, schließt aber auch nicht aus, dass es davor schon eine aus Holz geschaffene Kirche oder Kapelle an diesem Ort gegeben hat. Aufgrund einzelner Bodenfunde und unterschiedlicher Sedimente im Bodenprofil kann man davon ausgehen, dass die Kirche im Laufe der Jahrhunderte wenigstens zweimal weitgehend zerstört oder ausgebrannt ist.

Kirche und Pfarrhaus wurden im 30-jährigen Krieg stark mitgenommen, wenn auch der zeitliche Schwerpunkt im Wesentlichen auf die Jahre 1625 bis 1627 beschränkt war.

Vermutlich hat eine neue Feuersbrunst im Jahre 1669 neben dem Pfarrhaus auch alle wichtigen Unterlagen in Flammen aufgehen lassen, soweit sie 1625 beim ersten Brand, bei dem das ganze Dorf betroffen war, nicht schon vernichtet wurden. Aus den vorhandenen Unterlagen lässt sich herauslesen, dass die Kirche 1625 zum Teil zerstört wurde. Wahrscheinlich ist der Dachstuhl von Turm und Kirchenschiff abgebrannt, während die übrigen Mauern keine stärkeren Schäden davongetragen haben. Weitere Neu- oder Umbaumaßnahmen bis 1723 können nicht ausgeschlossen werden, detaillierte Angaben sind jedoch nicht verfügbar.

Der Neubau

Am 15. April 1723 sollte für den Neubau mit dem Abbruch begonnen werden. Über den Bauplan liegen folgende Informationen vor: "Das schadhafte Kirchendach muss ganz abgenommen und ganz neu gemacht werden. Der Thurm muß bis auf die Mitte des Kirchendaches ganz abgenommen und an dem Westende des Thurms wo die Mauer außgefallen und den Verband verloren hat, biß zum Grunde abgenommen und neu aufgeführt werden, so hoch das übrige Mauerwerk vom Thurm stehen bleiben wird. Darauf ist das Klockengerüst von hölzernem stenderwerk und endlich das Dach darauf zu setzen welches mit Fuhrenschindeln zu decken..."

Die Einweihung des Gotteshauses sollte nach der Fertigstellung in feierlicher Weise begangen werden. Vorgesehen war Vorgesehen war hierzu der Thomastag. Da noch keine Orgel vorhanden war, sollten einige Oboespieler aus Neustadt zugegen sein.

Tatsächlich wurde die feierliche Einweihung vom 21. bis 23. Dezember 1723 begangen, wobei man es sich nach den ausgewerteten Dokumenten anscheinend auch gut schmecken ließ.

Am 24.April 1724 wurde der Gemeinde durch den Amtmann Vogt mitgeteilt, dass die Kanzel fertig sei (Diese Kanzel ist heute nicht mehr vorhanden). Dies gelte auch für den neuen Taufstein, der in Hannover abgeholt werden müsste.

"Das möchte der Pastor der Gemeinde verkündigen, dazu auch die Tatsache, daß diesen Sommer die neue Glocke gegossen werden sollte." Die Gusskosten musste das Kirchspiel jedoch selbst aufbringen. Die Rechnung für den Guss war auf den 30. Oktober 1724 datiert. Am unteren Rand trägt die Glocke die Inschrift, die an den Guss und Glockengießer erinnert: 1724 GOSS MICH JOHANN GROVE CELLE.

Der Taufstein von 1724 verfügt über eine Taufschale aus dem Jahre 1818, die noch heute gespielte Orgel wurde 1874 angeschafft. An Altargerät sind ein silberner spätgotischer Kelch (zwischen 1603-11) und ein Krankenkelch von 1827 vorhanden. Die Obladendose trägt die Zahl 1827, eine weitergehende Inschrift ist nicht vorhanden. Die Altarleuchter wurden 1714 gestiftet.

(Quelle: Hans Ehrlich und Arbeitsgemeinschaft Ortschronik : HAGEN, Dorf am Grinderwald, September 1981)